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Gastronomie und Einzelhandel

Wir haben die beiden Branchen Gastronomie und Einzelhandel in einer Gruppe zusammengefasst, weil die Probleme ähnlich sind. Die Beschreibung im Folgenden konzentriert sich auf die Gastronomie – Einzelhändler sind aber genauso willkommen.

Gastronomie und Einzelhandel sind Branchen mit hartem Wettbewerb. Vielleicht sind es sogar die härtesten Branchen, die es in Deutschland gibt. Die scheinbar niedrigen Voraussetzungen für eine Gründung locken viele Selbständige, die sich mit einer Gründung einen Lebenstraum erfüllen möchten; meist geraten die Gründer dann aber schnell in Probleme, die sie zuerst unterschätzt haben.

Wir diskutieren natürlich bei unseren Treffen alle Arten von Problemen, die unsere Teilnehmer bewegen. Folgendes sind Beispiele für absolut typische Probleme:

 


 
Typische Probleme in Gastronomie und Einzelhandel:

1. Marketing
Das Marketing vieler Anbieter ist extrem schlecht. Viele schalten eine Eröffnungsanzeige in einer Lokalzeitung, und versuchen ansonsten primär über Laufkundschaft und wenige Stammkunden Geschäft zu machen. Ein gutes Marketing sieht ganz anders aus, und ist ziemlich komplex. Es gibt sehr gute Wege, an Gäste/Kunden zu gelangen. Alle brauchen aber etwas Mut zu einer ungewöhnlichen Lösung.

Beispiele für Konzepte:

  • Multiplikatoren geschickt einsetzen
    Bestimmte Personen sind einfach sehr gut dafür geeignet, einen Anbieter weiterzuempfehlen/bekanntzumachen. Zum Beispiel weil sie oft mit wechselnden Freundeskreisen unterwegs sind und das Treffen organisieren. Oder weil sie einen Stammtisch leiten. Oder, weil sie bei Online-Portalen wie “New in Town” o.ä. Gruppen von Ausgehwilligen betreuen. Wenn man es schafft, einige solcher Personen zu finden, können diese – wenn es gut geht – über eine Art Lawineneffekt viele andere Kunden mitbringen. Hier können wir uns über Techniken austauschen, mit denen man solche Personen ausfindig macht und wie man dann vorgeht.
  • Kreative Gimmicks
    Durch kleine Besonderheiten kann man Kunden besser im Gedächtnis bleiben. Man ist nicht mehr nur “dieses eine Restaurant da am Bahnhof”, sondern “das Restaurant, wo man am Ende mit einem Würfel einen Rabatt auswürfeln kann” etc. (dieses Konzept wurde übrigens wirklich schon umgesetzt). Möglichkeiten gibt es viele! Es kann auch großen Spaß machen, sich etwas kreatives auszudenken ^.^.
  • Zielgruppen-Orientierung (bzgl. Einrichtung, Karte etc.)
    Manche Selbständige haben sich über ihre Zielgruppe nicht ausreichend Gedanken gemacht. Es gibt Regionen, wo absolut klar ist, wie die Kundengruppe aussehen wird (z.B. ein Restaurant direkt im Bankenviertel, oder eines in einer sehr linken Gegend). In vielen Fällen, insbesondere heterogenen Wohngebieten, ist es aber deutlich schwieriger sich darüber klarzuwerden, welche Kundengruppe man am besten besonders anspricht, und wie man das am besten tut.
  • Internet (eigene Webseite, Bewertungsportale, …)
    Zunehmend wichtiger wird das Internet. Insbesondere Bewertungsportale haben die Möglichkeiten für Marketing stark verändert. Es gibt extrem viele Möglichkeiten, im Internet auf sich aufmerksam zu machen. Natürlich lohnt sich die Zeitinvestition aber nicht überall gleich stark. Hier können wir uns darüber austauschen, welche Möglichkeiten die besten sind und wie man sie effizient umsetzt. Auch eine gute eigene Webseite wird immer wichtiger, und hier können wir uns z.B. darüber austauschen welche Inhalt auf eine Webseite gehören, und wie man mit Dienstleistern zusammenarbeitet die eine solche Seite gut und günstig programmieren.

 

2. Standort
Die Wahl des Standorts ist natürlich eine der wichtigsten Entscheidungen. Im Detail gibt es aber große Unterschiede; ob man z.B. wirklich eine “Top-Location” braucht, hängt sehr vom eigenen Geschäftskonzept ab. Die “In-Lagen” (insbesondere Fußgänger-Zonen von Großstädten) haben diverse Nachteile (Miete/Pacht sehr hoch, Versorgung des Gebiets meist schon gut, evtl. keine Parkplätze, …). Man darf sich also nicht vorschnell auf scheinbar “gute” Standorte festlegen. Die Bewertung, ob ein Standort wirklich “gut” ist, kann man nur treffen wenn man schon viel Branchenerfahrung hat, oder zumindest Rat von Menschen bekommt die viel Erfahrung haben. Auch “Shop-in-Shop”-Konstruktionen (z.B. ein Gastronomieanbieter in einer Supermarkt-Filiale) können vorteilhaft sein, bringen aber auch eigene Probleme mit sich.

3. Mitarbeiter (Einarbeitung, Anweisung, Arbeitsrecht etc.)
Das Thema “Mitarbeiter” ist eines der schwierigsten. Schlechte bzw. schlecht angeleitete Mitarbeiter werden nicht nur unfreundlich zu den Kunden sein, sondern auch ineffizient arbeiten. “Gute” Mitarbeiter bekommt man aber nicht, indem man auf “schlechte” Mitarbeiter ganz viel Druck ausübt bis sie gut werden. Vielmehr geht es zum einen um eine gute Auswahl der Mitarbeiter, und dann um klare und effizient funktionierende Arbeitsabläufe. Wenn es hier immer wieder hakt, liegt das Problem meist beim Chef. Auch das Auftreten gegenüber den Mitarbeitern will gelernt sein (es darf z.B. nicht zu hart sein, aber auch nicht zu kumpelhaft).

4. Neue Trends
Es gibt eine Reihe von Trends, von denen man profitieren kann: Zum Beispiel Lieferdienste, Take-Away-Food, verkaufte Zusatzprodukte wie Fertiggerichte, Saucen, Gewürze. Während viele dieser Trends die klassische Gastronomie unter Druck setzen, gibt es durchaus Möglichkeiten, wie auch klassische Anbieter von diesen Trends profitieren können.

5. Neu: Probleme infolge des Mindestlohn-Gesetzes
Rund um den Mindestlohn stellen sich eine Reihe von Problemen. Die Frage, wie man Arbeitszeiten technisch am besten protokolliert, ist noch vergleichsweise schnell geklärt. Für die meisten Selbständigen stellen sich aber in Wirklichkeit andere Probleme, die wir in vertrauter Runde offen besprechen können. Bei Stand der letzten Aktualisierung dieses Artikels war in der Branche noch nicht so ganz geklärt, wie man am besten mit den auftauchenden Probleme umgeht.

 


 
 
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